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Krokieren
Das Kroki
Das Kroki ist eine von Hand gezeichnete Skizze eines Geländeabschnittes in Form einer vereinfachten Ansicht oder eines vereinfachten Planes. Es dient zur Verdeutlichung einer Meldung, zur Angabe eines Punktes oder einer Wegstrecke. Ein Kroki erfüllt dann seinen Zweck, wenn es besondere Informationen enthält, welche einer Landeskarte oder einer blossen Beschreibung nicht entnommen werden können. Das Kroki ist also eine persönliche Darstellung des Geländes, auf dem wir z.B. auch unsere Lagerbauten einzeichnen können. Je nach Verwendungszweck zeichnet man ein Ansichts-, Plan- oder Wegkroki.
Am besten zeichnet man ein Kroki mit einem nicht zu harten Bleistift auf einem karierten Block. Die Linien sind klar und bestimmt zu ziehen. Keine aus vielen Strichlein zusammengesetzten Linien! Tinte oder Kugelschreiber lassen sich nur schwer ausradieren und sind für Krokis deshalb ungeeignet. Farben sollen nur zum Hervorheben wichtiger Dinge verwendet werden.
Jedes Kroki enthält folgende Grundangaben
Der Titel sagt aus, was das Kroki darstellt (beim Ansichtskroki auch Hinweis auf Standort des Betrachters); der Massstab wird durch eine Vergleichsstrecke ersichtlich, die man im Kroki einträgt; wichtige Objekte werden angeschrieben; die Angabe der Nordrichtung erleichtert die Ausrichtung des Krokis nach dem Gelände; der Name des Zeichners sowie Entstehungsdatum und -zeit werden unten am Krokirand angeschrieben
Grundschraffierung
Für alle Kroki-Arten gelten folgende Schraffierungen für die Darstellung:
Schräg: Wald, Gebüsch und Bäume
Waagrecht: Gewässer
Senkrecht: Gebäude und Siedlungen
Übriges Gelände wie Wiesen, Äcker, Plätze wird nicht schraffiert.
Für genauere Angaben verwendet man in einem Ansichtskroki die links abgebildeten Signaturen. Rechts sind die Signaturen abgebildet, die im Plan- und Wegkroki verwendet werden.
Das Ansichtskroki
Ein Ansichtskroki ist ein skizziertes Bild eines Geländeausschnittes. Zeichne zuerst ganz leicht die wichtigsten Geländelinien vor, damit du die richtige Blatteinteilung erhältst. Dann werden die notwendigen Details wie Wälder, Strassen, Häuser, Lagerplatz usw. durch vereinfachte Signaturen (siehe Abbildung oben links) eingetragen und die vorgezeichneten Geländelinien ausgezogen.
Mit zunehmendem Abstand vom Betrachter werden die Striche der Geländeformen und Objekte immer schwächer abgebildet. Abschliessend werden noch allfällig notwendige Beschriftungen angebracht (z.B. Gelände- oder Ortsnamen, Lagerplatz ...).
Das Plankroki
Das Plankroki ist eigentlich eine von Hand gezeichnete Karte. Es soll aber nicht einfach ein Ausschnitt aus der Landeskarte abgezeichnet werden, sondern man kann gerade auf dem Plankroki Einzelheiten darstellen, für die auf der normalen Karte kein Platz vorhanden ist.
Auf dem Plankroki eines Dorfes können zum Beispiel die für ein Lager wichtigsten Gebäude wie Läden, Post, Gemeindehaus, Kirche, Bahnhof usw. hervorgehoben werden. Beim Rekognoszieren eines Lagerplatzes kann man auf einem Plankroki bereits die möglichen Standorte der vorgesehenen Bauten eintragen.
Für das Plankroki gibt es ebenfalls vereinfachte Signaturen (Abbildung oben).
Das Wegkroki
Das Wegkroki ist dem Plankroki ähnlich und soll den Weg von einem Punkt zu einem anderen weisen. Ein Wegkroki wird verwendet, wenn keine Landeskarte vorhanden ist oder wenn diese zu wenig detailliert ist. Im Unterschied zum Plankroki werden beim Wegkroki nur Einzelheiten angegeben, die unmittelbar links oder rechts des Weges liegen. Die Signaturen sind gleich wie beim Plankroki (Abbildung oben).
Auskundschaften
Das Auskundschaften (=Rekognoszieren) ist die eigentliche und grundlegende "Urtätigkeit" der Pfadi. Sein Büchlein "Hilfe zum Pfadfinden" schrieb Baden-Powell ursprünglich für militärische Späher. Später wies er aber ausdrücklich darauf hin, dass die Gesellschaft auch auf Friedens-Pfadfinder angewiesen ist: Menschen, die bereit und fähig sind, neue Lebensräume oder Sachgebiete zu erkunden. Dazu muss man nicht unbedingt in die Wildnis oder ins Weltall reisen. Mit wachen und aufmerksamen Sinnen kann man auch in der eigenen Umgebung viel Interessantes und Neues entdecken. So können wir zum Beispiel als Aufgabe auf einem Fähnli-Hike oder einem speziellen Rekognoszierungsmarsch Wege, Plätze, Landschaften, Häuser, Ortschaften, Bräuche und Betriebe erforschen. Dabei ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für all unsere pfaditechnischen Fähigkeiten: Orientieren, Naturkunde, Beobachten, Krokieren, Pionier, Übermitteln...
Die Ergebnisse und Erlebnisse einer Erkundung werden in der Regel in einem Bericht festgehalten, entsprechend der gestellten Aufgabe und den eigenen Absichten. Manchmal reicht es, wenn man sich auf eine Marschtabelle mit der Angabe von Zeiten, Orten, Distanzen sowie Stichworten zu den gelösten Aufgaben beschränkt. Hingegen kann der Rekognoszierungsbericht eines Fähnli-Hikes auch zu einem bunten und lebhaften Erinnerungsbuch werden, wenn man ihn mit Bildern, Geschichten und Fundgegenständen ergänzt.
Quelle: THILO - SCHWEIZER PFADIBÜCHLEIN - © 1993 Pfadibewegung Schweiz
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